Visual pacovis

Neues Fundament für das Leben auf dem 450-jährigen „Heimet"

Es ist ein vielseitiger Hof, den eine junge Bergbauernfamilie im Oberemmental mit grossem Fleiss in Schwung hält: Sie setzt auf Milchproduktion und Nutztierverkauf, daneben bietet sie im Stöckli betreutes Wohnen für ältere oder handicapierte Personen an. Im Winter erwirtschaftet der Landwirt mit der Schneeräumung bei der Gemeinde ein nötiges Zusatzeinkommen. Damit die Familie eine Zukunftsperspektive hat und in zumutbaren Verhältnissen wohnen kann, muss das Bauernhaus aus dem Jahr 1551 dringend saniert werden.

Grosse Anstrengungen, um einen ausreichenden Verdienst zu erzielen

Wo sich die typischen Emmentaler Hügelzüge und tief in die Landschaft eingeschnittene Gräben die Hand geben, wähnt man sich in Gotthelfs Zeiten – so malerisch zeigt sich die Region. Doch streng und schwierig ist es, hier als Bauernfamilie eine Existenz zu erwirtschaften. Ein junges Bergbauernpaar mit einer kleinen Tochter packt auf ihrem „Heimet" Tag für Tag an und kombiniert verschiedene Standbeine, um ein genügendes Auskommen zu finden. Die auf dem Hof produzierte Milch liefert der engagierte Landwirt in die nahe Dorfkäserei, wo sie zu feinem Emmentaler Käse verarbeitet wird. Und die Bauersleute schauen, dass sie regelmässig ein Tier aus eigener Aufzucht verkaufen können. Zudem bietet die sozial eingestellte Familie in ihrem Stöckli auch eine betreute Wohnmöglichkeit für ältere oder handicapierte Menschen an, die hier ein neues Daheim finden. Schliesslich verdient der Betriebsleiter im Winter ein wichtiges Zusatzeinkommen bei der Gemeinde, wo er für die Schneeräumung besorgt ist.

Morsche Balken und bröckelnde Mauern

Auch wenn die verschiedenen Betriebszweige gut ineinandergreifen, bleibt für die fleissige Familie ein ungelöstes Problem: Der Wohnteil im schönen Emmentaler Bauernhaus, das aus dem Jahr 1551 stammt, muss dringend saniert werden, damit das Weiterleben in den geschichtsträchtigen Wänden überhaupt möglich ist. Morsche Balken müssen ersetzt und der Wohnraum im Erdgeschoss renoviert werden. Im Kellergeschoss müssen mehr Mauern befestigt und erneuert werden als vorgesehen. Auch die Brandmauer zwischen Wohn- und Ökonomieteil kommt teuer zu stehen. Zudem kann nicht weiter mit dem Ersatz der veralteten Heizung zugewartet werden. Die neue Stückholzheizung soll künftig auch das Stöckli wärmen können. Der hier verwurzelten Bergbauernfamilie liegt das altehrwürdige Haus sehr am Herzen, sie hegt und pflegt es mit viel Hingabe.

Finanzielle Hilfe, damit der Umbau tragbar ist

Aber die Umbauarbeiten im denkmalgeschützten Bauernhaus sind aufwändig. Die bescheidene Familie, die sich auf die dringendsten Sanierungen beschränkt, steckt alle verfügbaren finanziellen Mittel und viel Eigenleistung in das Projekt. Doch trotz Investitionskredit, Beitrag der Denkmalpflege und Aufstockung der Hypothek kann die Bauernfamilie die Renovation nicht alleine tragen. Ein ehrenamtlicher Experte der Schweizer Berghilfe hat die Familie besucht. Er hat sich überzeugen können, dass die Unterstützung sinnvoll und nötig ist. Nur so steht der alte Emmentaler Hof wieder auf einem neuen Fundament – und nur so haben die Bergbauern eine neue Zukunft.

(Quelle: Schweizer Berghilfe)

footerpacovis